Bericht/Chronik vom 14.10.2025
Bücherei - „wie´s vor 50 Jahren war…“ – Mühlhausener Geschichte(n)

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums „ihrer“ Bücherei bat Leiterin Marianne Sieber fünf Mühlhausener zu erzählen, wie sich ihr Dorf in der gleichen Zeit geändert hat. So mancher jüngerer Zuhörer staunte über die lustigen Erinnerungen aus der „guaden alten Zeit“.
Ein Stummfilm vom 100-jährigen Gründungsfest der Freiwillige Feuerwehr und des Kriegervereins aus 1975 sorgte zu Beginn für Rätselraten und einige Lacher über die Personen und die damalige Kleidung und Frisuren.
Der ehemalige Sprecher des Pfarrgemeinderates Sebastian Hainz sen. berichtete von der Anschaffung zweier Orgeln, den Neubau eines Pfarrhofes und eines Pfarrheims. Georg Necker und Martin Särve waren die beiden letzten Dorfpfarrer, bevor die Pfarrei St. Vitus Mühlhausen mit St. Laurentius in Neustadt zu einer Pfarreiengemeinschaft zusammengeschlossen wurde.
„Mühlhausen war früher ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Mit dem Bau der Erdölraffinerie in Neustadt wurde der Verkehr auf der Bundesstraße B299 durch den Ort immer mehr“ blickte Konrad Dichtl, lange Zeit Stadtrat und dritter Bürgermeister in Neustadt, zurück. Nach langem politischen Ringen wurde eine Ortsumgehung gebaut und mit der Dorferneuerung soll die Ortsdurchfahrt wieder eine „ruhige“ Dorfstraße werden.
Unvorstellbar waren die Schilderungen des früheren Lehrers Werner Krause. „Damals wurden von einem Lehrer zwei oder drei Schulklassen gleichzeitig unterrichtet“. Für die Mühlhausener Kinder änderte sich die Situation erst, als ab 1971 die höheren Klassen und 1973 auch die niedrigeren Klassen in die Grund- und Hauptschule nach Neustadt mussten.
Für das freigewordene Gebäude bot sich an, einen Kindergarten einzurichten. Martha Kastl leitete, den von Pfarrer Georg Necker, Pfarrgemeinderat Karl Lorenz und Stadtrat Hans Weber 1985 initiierten Kindergarten, viele Jahre. Vorher mussten die Mühlhausener Kinder nach Bad Gögging, Neustadt oder Siegenburg gefahren werden.
Und wie wurden Neubürger in Mühlhausen aufgenommen? Lukas Wack fühlte sich mit seiner Familie 1995 „gerne angenommen“. Vor allem die offene Art der Nachbarn und Mitgliedschaft in den Ortsvereinen machten es dem Förster, seiner Frau und seinen Kindern leicht, sich zu integrieren.
Mit dem Dank von Marianne Sieber an die Referenten für „die Erinnerung an so manche Persönlichkeit und Gegebenheit“ endete der sehr unterhaltsame „Dorfabend“.
Eingestellt von: Josef Kastl