Blick auf St. Nikolaus

Prävention und Institutionelles Schutzkonzept

Die schrecklichen Erkenntnisse über sexuellen Missbrauch in der Kirche haben viel Selbstverständliches ins Wanken gebracht, Verunsicherung hervorgerufen und machen immer noch Angst. Es hat einige Zeit gedauert, bis das Ausmaß des Missbrauchs erkannt und anerkannt wurde. Noch immer ist die Kirche damit beschäftigt, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Gleichzeitig geht der Blick nach vorne, muss es ein Ziel sein, dafür zu sorgen, dass Missbrauch in der Kirche keinen Nährboden findet, dass Kinder und Jugendliche in unseren Einrichtungen gut und sicher aufwachsen und dass sie sich darauf verlassen können, geachtet und respektiert zu werden. Daher wurden in den letzten Jahren verschiedene Präventionsmaßnahmen eingeführt, die natürlich auch ganz konkret unsere Pfarreiengemeinschaft betreffen.

Präventionsarbeit
Ziel der kirchlichen Präventionsarbeit ist eine neue Kultur des achtsamen Miteinanders. Der Weg dazu führt nach der Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz über "transparente, nachvollziehbare, kontrollierbare und evaluierbare Strukturen und Prozesse zur Prävention sexualisierter Gewalt". Diese Strukturen und Prozesse werden durch die Implementierung des institutionellen Schutzkonzepts (iSK) in kirchlichen Einrichtungen erreicht. Die Bausteine des iSK sind in der Präventionsordnung unseres Bistums Regensburg festgelegt. Die Präventionsordnung betrifft alle Insititutionen und ihre Mitarbeitenden, die für Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene Sorge tragen.

Ziele
Das iSK gibt uns die Möglichkeit, den Gefahren sexualisierter Gewalt aktiv entgegenzuwirken, der Angst nicht nur hilflos gegenüberzustehen, sondern die Probleme tatsächlich anzugehen und eine für alle Beteiligten gute Situation zu schaffen. Durch vereinbarte Verhaltensregeln wird den Beteiligten die Unsicherheit genommen: "Was darf man eigentlich noch?" Vereinbarte und verbindliche Regeln schaffen Sicherheit und helfen dabei, dass sich der Missbrauch nicht auf leisen Sohlen breitmachen kann. Die Sensibilisierung aller Mitarbeitenden lässt missbräuchliche Handlungen und Grenzverletzungen nicht mehr unbemerkt geschehen. Alle können mehr einander und aufeinander achten. Verbindliche Verfahrenswege machen handlungsfähig. Mitarbeitende sollen informiert sein und aktiv werden, wenn sie Grenzüberschreitungen wahrnehmen oder gar einen Missbrauch vermuten. Verdachtsfälle müssen gemeldet und weitergeleitet werden, damit einer unguten Entwicklung rechtzeitig Einhalt geboten werden kann. Dafür müssen alle wissen, was sie tun können. Kinder und Jugendliche schließlich müssen stark und mutig werden, sollen in der Kirche für sich und ihre Belange eintreten können und Gehör finden. Gehört und ernst genommen werden ist eine elementare Voraussetzung dafür, als Person mit meinen Grenzen geachtet zu werden.

Bei uns doch nicht!
Wahrscheinlich können wir uns nicht vorstellen, dass bei uns Missbrauch geschieht. Aber keine Pfarrei und keine Einrichtung, in der es zu Vorfällen gekommen ist, hat damit gerechnet. Zudem kann der Missbrauch auch von anderer Seite auf uns zukommen: Was tun Sie, wenn ein Kind oder Jugendlicher sich Ihnen anvertraut, von einem Missbrauch außerhalb berichtet? Auch dann sollten wir vorbereitet sein.

Woanders gibt es das auch
Ja, es mag sein, dass "die anderen" auch nicht besser sind; Missbrauch kommt auch außerhalb der Katholischen Kirche vor. Und ja, es mag sein, dass "alle immer" nur auf die Kirche zeigen. Aber das darf nicht dazu führen, resigniert mit den Schultern zu zucken und abzuwarten, was andere tun. Gerade in unseren Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen sollte der Schutz der Kinder und Jugendlichen an oberster Stelle stehen! Und vielleicht haben Sie mit dem Schutzkonzept eine persönliche Antwort auf die Frage: "Was tut die Kirche?"

Hier finden Sie das institutionelle Schutzkonzept der Pfarrei Neustadt:

Hier finden Sie gute Infos auf der Homepage des Bistums: Institutionelles Schutzkonzept

Präventionsbeauftragte des Bistums / Team Kinder- und Jugendschutz:

Leitung und Präventionsbeauftragte:

Dr.Helmig Judith Tel.: 0941/597-1681

Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.15 Uhr