Bericht/Chronik vom 09.08.2026

Patrozinium St. Laurentius 2026 - 75 Jahre Weihe nach Wiederaufbau


Der Schnittpunkt der beiden großen Stadtachsen ist seit der Gründung der Stadt im Jahre 1270 das bürgerliche und kirchliche Zentrum. Die seit dem 13. Jahrhundert hier stehende Kirche ist Zeitzeugin der Neustädter Geschichte. Eine kleine Inschrift im unteren Bereich des großes Glasfensters im Altarraum weist auf ein noch sehr „junges“ aber wichtiges historisches Ereignis hin.

Einem Tag vor dem 10. August, dem Namenstag des heiligen Diakons und Märtyrers Laurentius, brannten beim sonntäglichen Gottesdienst die „Apostelleuchter“ und den Altarraum zierte ein gelb-weißes Fahnenband. Zusammen mit Stadtpfarrer Thomas Stummer, Pfarrvikar Norbert Musiol und Gemeindereferentin Maria Ganslmeier zog auch Domkapitular Bischöflicher Offizial Dr. Peter Stier mit ein, um das alljährliche Patrozinium zu feiern. Begleitet von Regionalkantor Joachim Schreiber an der Orgel stimmten sie zu Beginn das „Lied zu Ehren des hl. Laurentius“ an.

„Diese Kirche steht schon seit Jahrhunderten hier, hat in der langen Geschichte vieles erlebt. Mit diesem Patrozinium dürfen wir heute ein besonderes schönes Jubiläum verbinden, auf das eine Inschrift im Glasfenster des Altarraumes hinweist“, begrüßt Thomas Stummer die Gläubigen.

Am 26. und 27. April 1945, also vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Kirchturm und Kirchenausstattung durch Artilleriebeschuss und Tiefflieger stark beschädigt, im Oktober 1945 stürzte der Kirchturm ein und zerstörte die spätgotische Hallenkirche.

Wegen Mangel an Baumaterialien und finanzieller Mittel dauerten die Wiederaufbauarbeiten, die Verlängerung des Langhauses und die Angleichung des Kircheninneren an das bestehende Sternrippengewölbe bis 1950. Der Chorturm wurde in moderner Form, in Anlehnung an die Entstehungszeit des Friedenslichts, in Form einer brennenden Kerze neu errichtet.

„Am 1. Juli 1951 wurde die wieder aufgebaute Stadtpfarrkirche St. Laurentius unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und aller örtlicher Vereine durch Erzbischof Dr. Michael Buchberger eingeweiht.“ berichtet der ehemalige Stadtarchivar Anton Metzger in seiner Festschrift „350 Jahre Pfarrei St. Laurentius“.

„Würden die Menschen heutzutage die Kirche auch wieder so aufbauen? Was ist eine Kirche? Wozu brauchen wir sie? Und wie groß ist heute der Opferwille, sich für sie einzusetzen?“ fragte sich Pfarrer Thomas Stummer in seiner Predigt. Für ihn ist „eine Kirche mehr als ein Gebäude, es ist das Haus Gottes, das Haus der Menschen.“ Sie gibt den Silhouetten der Dörfer und Städte ein charakteristisches Aussehen und bietet im Innern mit Schönheit, Stille, Kerzen und persönlichen Begegnungen eine besondere Atmosphäre“.

Beim Patrozinium-Festgottesdienst war dies durch die musikalische Gestaltung von Kammerchor und -orchester St. Laurentius unter der Leitung von Reinhold Furtmeier, Sologesang von Kantor Simon Thelen und Regionalkantor Joachim Schreiber an der Orgel eindrucksvoll zu erleben.

Damit ist der Wunsch von Thomas Stummer mehr als erfüllt worden: „Wir wollen uns an den „Opferwillen“ der Menschen erinnern, die ihre zerstörte Kirche unbedingt wiederhaben wollten, und an die Freude, dass diese wunderbare Kirche bis heute die Mitte der Pfarrgemeinde Neustadt ist.“


Gemeindereferentin Maria Ganslmeier hatte sich auch in der Jugendarbeit mit „Kirche“ befasst:

a) In der Kinderkirche machten sich Kinder mit ihre Eltern auf die Spuren des Hl. Franziskus und bauten eine "Pappschachtel-Kirche" mit ihren Handabdrucken als „Bausteine“ drauf.

b) Beim Malwettbewerb am Pfarrfest waren die Kinder eingeladen „ihre“ Kirche zu zeichnen. Dabei entstanden eindrucksvolle, fantasievolle Bilder.


Eingestellt von: Josef Kastl